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Ronja Kleiner spielte Steffi

Zur Rolle

Stefanie – von allen nur Steffi genannt – ist Julians ältere Schwester und schon vor einiger Zeit von Zuhause und den Ausbrüchen ihres dominanten Vaters geflohen. Als auch Julian vor Achim davonläuft, ist Steffi seine Rettung. Doch wird sie ihm auch den familiären Rückhalt geben können, den er eigentlich braucht?

Zur Darstellerin

Jahrgang: 1994

Und jetzt noch ein paar Fragen …

Was war dein persönlicher Ansporn, um bei »Julian« mitzuspielen?

Eigentlich wollte ich schon immer mal schauspielern oder Theater spielen. Spontan und für mich ziemlich überraschend kam es dann dazu, dass eine Freundin, Janina – die Julians Ex-Freundin spielt – mich für die Rolle von Steffi vorgeschlagen hat, nachdem ich mich bei ihr mal scherzhaft für etwaige Schauspielerengpässe zur Verfügung gestellt hatte.

Ich hatte außerdem »Julian« schon vorher im Internet entdeckt und sogar regelmäßig sonntags verfolgt. Dass ich dafür selbst mal vor der Kamera stehen würde, darauf wäre ich im Traum nicht gekommen.

Meinst du, dass es für Schwule und Lesben auch ein »Happy-End« geben kann?

Was hoffentlich auch dem letzten Depp spätestens nach dem Schauen der dritten Julian-Staffel klar wird, ist: Was für eine blöde Frage, natürlich kann es ein Happy-End geben! Das tut es für Julian ja auch. Welchen Grund könnte es geben, dass das Happy-End – das ich jetzt einfach mal als »glücklicher Moment/glückliche Phase« verstehe – nur einer bestimmten Gruppe Mensch vorbehalten sein sollte, wo doch jeder Mensch gleichviel wert ist? Genau, keinen!

Was war dein bewegendster und was dein lustigster Moment beim Dreh?

Die Szene beim Umzug, als in die alberne Stimmung von Julian und Steffi Vater Achim hineinplatzt. Wir haben sie sehr oft gedreht, da viele Einstellungen nötig waren und nicht alles auf Anhieb geklappt hat. Da ich dort die passive Beobachter-Rolle hatte, war es nach einiger Zeit ziemlich schwierig für mich, beim In-den-Raum-Stürmen weiterhin so ausgelassen und gut gelaunt zu wirken, weil sich die bedrückte, unangenehme Stimmung während der Dreier-Konstellation mit Achim mich auf Dauer durchaus beeinflusst hat.

Außerdem natürlich der absolute, endgültige Drehschluss, abends, es war schon lange dunkel, wir standen in einer kleineren Gruppe in »Steffis« Wohnung im Flur. Plötzlich kam dann lautes Gejubel aus dem Wohnzimmer: »Julian« war abgedreht! Das war schon für mich etwas eigenartig, da es mein zweiter Drehtag überhaupt gewesen war und die anderen in diesem Moment wahrscheinlich noch deutlich berührter waren. Ich dachte eher: »Huch, schon vorbei? Und das soll es jetzt schon gewesen sein?« Insofern war der Moment für mich auch etwas amüsant.

Was zeichnet »Steffi« aus und was habt ihr gemeinsam?

Steffi ist hauptsächlich eine tolle große Schwester, mit allem was dazugehört. Sie ist für ihren Bruder da, als er Hilfe braucht, interessiert sich für ihn, hört ihm zu, spielt zaghaft die Mittlerin zwischen Bruder und Vater. Auch wenn sie es nicht immer ganz schafft, zu ihrem Bruder durchzudringen, und ihre Rolle der Hausherrin auch durchaus ausfüllt, sie ist eine wichtige Stütze für ihn.

Ganz oberflächlich betrachtet haben wir viel gemeinsam, ich habe zwei kleine Brüder, die es beide nicht leicht haben, aus unterschiedlichen Gründen, und in nicht allzu ferner Zukunft werde wohl auch ich ausgezogen sein. Aber ich kann glaube ich charakterlich noch einiges von ihr lernen, ich selbst bin noch zu oft die genervte große Schwester, die die kleinen Brüder aus dem Zimmer scheucht. Von Steffis innerer Ruhe und Warmherzigkeit kann ich mir noch was abgucken.

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